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05.09.2017, 12:43

Bilanz der Umweltverbände: Verkehrs-, Agrar- und Klima­politik unter Kanzlerin Merkel ohne Weitblick. Künftige Bun­des­regierung muss um­steuern

„Mit einer Land­wirt­schaft, die die Ge­wässer verseucht, einer Verkehrs­politik, die die Luft ver­giftet und einer Klima­politik, die Wirt­schafts­interes­sen statt des Klimas schützt, liegen die Heraus­forde­rungen auf der Hand. Mit Lippen­bekennt­nissen sind die umwelt­politi­schen Krisen nicht zu bewälti­gen. In der kom­menden Legis­latur­periode müssen end­lich die Ziele, die sich die Bundes­regie­rung ge­setzt hat, in kon­krete Maßnahmen über­setzt werden. Wer jetzt erneut auf die Strate­gie der langen Bank setzt, ohne die Pro­bleme im Kern an­zu­gehen, handelt grob fahr­lässig. So ver­liert nicht nur die Um­welt­politik jede Glaub­würdig­keit, sondern die Politik ins­ge­samt“, sagte DNR-Präsi­dent Kai Niebert. ...

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Wanderung um die Kernzone am Humbergturm mit Erläuterungen zum Konzept des Biosphärenreservats

21.09.2010 (19:30 - 22:00)

Logo Forstamt Kaiserslautern

Wir umwandern das Gebiet der Kernzone südlich des Humbergturms. Dabei wollen wir uns unter Anderem folgende Fragen beantworten lassen: Was sind: Biosphärenreservate, Kernzone, Naturpark, Naturschutzgebiet, ... und warum gibt es sie?

Referentin: Fr. Dr. Fenkner-Gies, Leiterin des Forstamts Kaiserslautern

Im Anschluss ab ca. 20:00 Uhr ist ein gemeinsamer Ausklang im Bremerhof als Kombination mit dem Monatstreff September des NABU Kaiserslautern vorgesehen. Bei der Exkursion begleitet uns eine hochrangige Delegation von Forstfachleuten aus Nordkorea, die als Gäste der Welthungerhilfe zur Information über nachhaltige Forstwirtschaft in Kaiserslautern sind. Sie haben sich bereit erklärt im Bremerhof eine Präsentation über Nordkorea vortzutragen. Dazu sind Gäste ebenfalls herzlich eingeladen.

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Forstamt Kaiserslautern stattfinden.

Treffpunkt: Parkplatz am Bremerhof

 

Pressemitteilung an die RHEINPFALZ vom 16.09.2010 (gemeinsam Forstamt und NABU):

Kernzone in Kaiserslautern - natürlich ohne Einkaufszentrum
Kernzone oder Kernstadt - das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Eine Kernzone ist ein besonders geschützter Bereich im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Und selbstverständlich wird es dort keine Kaufhäuser geben.

Aber warum hat Kaiserslautern eigentlich eine Kernzone im Stadtwald? Wo liegt dieses Schutzgebiet, wer hat es geschützt und wie schaut dieser Schutz und die zukünftige Entwicklung dort aus?

Im Jahre 1992 verlieh die UNESCO dem Naturpark Pfälzerwald die Anerkennung als Biosphärenreservat. Damit wurde er zu einem von inzwischen 564 international repräsentativen Modellregionen, in denen Umweltschutz und Wirtschaft verträglich koordiniert oder Mensch und Natur einträchtig zusammen leben sollen. 1998 folgte der Zusammenschluss mit dem benachbarten französischen Naturpark zum grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen. Damit wurde eine Naturregion zusammengeführt, die im wahrsten Sinne des Wortes zusammengehört. Schließlich haben der an Frankreich grenzende südliche Pfälzerwald, der Wasgau, und die Vogesen (französisch „Vosges“) sogar sprachlich den gleichen Ursprung.

Der überweigende Teil des Biosphärenreservats ist von Wäldern bewachsen, die fast das gesamte Bergmassiv "Vogesen-Pfalz" bedecken. Diese geografische Einheit, mit dem größten Waldgebiet Westeuropas, gehört nach wie vor zu den sehr dünn besiedelten Räumen. Das hat die Erhaltung einer vielfältigen Natur ermöglicht. Es konnten sich Wildkatzen, Fledermäuse, Wanderfalken oder Zaunammern, ja seit neuestem sogar wieder Luchse, ihren Lebensraum zurückerobern.

UNESCO-Biosphärenreservate haben in Deutschland in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Das zeigt das deutsche Jahr der Biosphärenreservate 2009. das UNESCO-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" globale Forschungsprogramme, beispielsweise zur biologischen Vielfalt, dem Thema des Internationalen Jahres der Vereinten Nationen 2010.

In Deutschland gibt es 15 UNESCO-Biosphärenreservate. Mit dem ehrenvollen Titel „Biosphärenreservat“ sind aber auch Ansprüche an die umweltgerechte Entwicklung des Gebietes verbunden. Charakteristisch für Biosphärenreservate ist die Untergliederung in drei Zonen, die in Bundes- und Landesrecht umgesetzt werden mussten. Die Umsetzung dieser Ansprüche wurde unter Federführung des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz erarbeitet und 2007 als "Landesverordnung über den „Naturpark Pfälzerwald“ als deutscher Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen beschlossen.

Von den insgesamt 310.000 Hektar des Biosphärenreservates liegen 178.000 Hektar im deutschen Teil (Naturpark Pfälzerwald). Davon sind 70% als Zone für dauerhaft umweltgerechte Entwicklungen und Nutzungen (Entwicklungszone) ausgewiesen. In der Entwicklungszone steht die Erzeugung und Vermarktung von umweltschonend produzierten Waren und Dienstleistungen im Vordergrund. Rund 28% sind als Zonen für naturschonende Wirtschaftsweisen (Pflegezonen) ausgewiesen, in denen die landschaftliche Vielfalt, hervorgebracht durch jahrhundertelange Bewirtschaftung der Flächen durch den Menschen, erhalten werden soll. Dazu gehört zum Beispiel die Offenhaltung von Wiesentälern, die ohne Zutun vom Wald zurückerobert würden.
2,1% der Fläche des Biosphärenreservates (3.739 ha) sind Zonen für die natürliche Entwicklung (Kernzonen), in denen die Natur ohne menschliche Eingriffe „freie Hand“ erhält und sich eine regelrechte Wildnis entwickeln wird. Lediglich in festgelegten Bereichen können in einer letzten Übergangszeit noch naturfremde Nadelhölzer wie Douglasie, Weymouthskiefer, und auch Fichte entnommen werden. Besonderer Schutzzweck der Kernzonen ist es , einen vom Menschen weitestgehend unbeeinflussten Ablauf der natürlichen Prozesse zu gewährleisten und hierüber die Eigendynamik natürlicher oder naturnaher Ökosysteme einschließlich der Böden und Gesteine sowie der sich daraus ergebenden Vielfalt an Lebensräumen, Tieren und Pflanzen auf Dauer zu schützen (§4 Schutzzweck in der Landesverordnung). Die Kernzonen sollen daher vom Menschen möglichst nicht mehr betreten werden und so der Natur, aber auch der Forschung als Vergleichsräume und beispielsweise auch als Genreservoir für nachfolgende Generationen dienen.

Auch die Stadt Kaiserslautern, deren südlicher Stadtwald Teil des Biosphärenreservats ist, hatte Flagge gezeigt und die Kernzone „Humberg“ in die Liste der Kernzonen aufnehmen lassen. Die Kernzone Humberg besteht aus den drei Teilbereichen Pauschruhe, Letzbach und Humberg und hat eine Flächenausdehnung von etwa 77 ha.

Wo genau liegt eigentlich die Kernzone Humberg im Stadtwald?
Welche Auswirkungen hat die Ausweisung als Kernzone auf die Forstwirtschaft und damit auch auf den Stadtsäckel?
Wie hat sich die Kernzone seither entwickelt und wie wird es weitergehen?
Kommt der Naturschutz zu seinem Recht?
Was muss der Waldbesucher wissen und beachten?

Zu vielen Fragen wollen das Forstamt Kaiserslautern und der NABU Kaiserslautern und Umgebung interessierten Bürgern eine Antwort geben. Sie laden am Dienstag, den 21.09.2010 um 17:30 Uhr zu einer gemeinsamen Wanderung um die Kernzone am Humbergturm mit Erläuterungen zum Konzept des Biosphärenreservats ein. Referentin ist Frau Dr. Fenkner-Gies, die Leiterin des Forstamtes Kaiserslautern. Treffpunkt ist der Parkplatz am Bremerhof. Im Anschluss ab ca. 20:00 Uhr ist ein gemeinsamer Ausklang im Bremerhof als Kombination mit dem Monatstreff September des NABU Kaiserslautern vorgesehen. Dazu sind Gäste ebenfalls herzlich eingeladen.
Rückfragen beantwortet Jürgen Reincke, Vorstizender des NABU Kaiserslautern und Umgebung, telefonisch unter
0631-66281 oder per E-Mail an info@NABU-KL.de.

 

Karte des Gebietes südlich vom Humbergturm. Der zentrale, größere, dunkelgrüne Bereich ist die ausgewiesene Kernzone.

(Bild anklicken vergrößert)
Karte des Gebietes südlich vom Humbergturm. Der zentrale, größere, dunkelgrüne Bereich ist die ausgewiesene Kernzone. Etwa in der Mitte an ihrem nördlichen Rand ist der Humbergturm. Etwas weiter westlich liegt der Bremerhof.

Link zur Karte auf dem Landschaftsinformationssystem der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz


Gäste sind herzlich eingeladen!

 

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