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Aktuelles

13.08.2017, 13:00

Einladung zum 12. Natur­schutz­fest an der NABU-Hütte

Der NABU lädt alle im Raum Kai­sers­lautern beruflich oder ehrenamtlich aktiven Natur- und Um­weltschützer mit Ihren Familien erneut zum Natur­schutz­fest an die NABU-Hütte in Frankenstein ein. Das Fest soll eine Begegnungs­mög­lich­keit zum Kennen­lernen und Aus­tausch des ehren­amtlichen und beruf­lichen Natur­schutzes in der Re­gion Kaisers­lautern sein. Selbst­ver­ständ­lich sind auch Natur­schützer der benach­barten Land­kreise und alle Freunde des NABU eingeladen.

Naturschutzfest 2017

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NABU-Familientag am Eselsbach zum GEO-Tag der Artenvielfalt

Keschern am Eselsbach (© Agentur VIEW)
Keschern (© Agentur VIEW)

Besser, als die freie Rheinpfalz-Redakteurin Doris Theato unsere Veranstaltung vom 24.06.2012 beschrieben hat, können wir es bestimmt nicht!

Daher veröffentlichen wir folgend den Artikel aus der RHEINPFALZ vom 25.06.2012.

Vielen Dank an Frau Theato für den netten Artikel und an Dagmar und Matthias für die Organisation unserer Aktion.

 

Mit dem Kescher mitten im Wasser

Geo-Tag der Artenvielfalt im Eselsbachtal - Raum für die unterschiedlichsten Lebewesen

(Von Doris Theato)

Beim Geo-Tag der Artenvielfalt war die Spezies der Homo Sapiens, auch Mensch genannt, eindeutig in der Minderheit. Kaum jemand fand den Weg ins Eselsbachtal, um gemeinsam mit Dagmar Pfeffer und Jürgen Reincke, beide Nabu, und Matthias Haag, Palati-Natour, die unterschiedlichsten Pflanzen- und Tierarten aufzuspüren. Dabei zeigt sich gerade hier ein dicker Strauß Natur.

Rund um Kaiserslautern regiert der Wald. Auch im Eselsbachtal. Unten im Tal entlang knirschen die Schritte. Schotter halt. Der Biologe und Naturkundler Matthias Haag marschiert vorweg. Lenkt seine Schritte auf den leicht nach oben ansteigenden Naturpfad. Das Geläuf präsentiert sich weich, gedämpft, mit knorrigen Wurzelstöcken. Fast ein bisschen verwunschen. Die Regengüsse der letzten Tage lassen grüßen. Ein kleines Stück des Weges schmatzen die Schuhe im Schlamm. Stört nicht. Höchstens den Habicht. Sein heller Ruf erklingt. Sehen lässt er sich genauso wenig, wie kurze Zeit später zwei Zilp Zalps, die aufgeregt ihr jeweiliges Revier besingen. Rotkehlchen und Zaunkönig pfeifen ihr Lied aus dem Dickicht der Bäume heraus. Ein Holzgeländer leitet den Weg über die kleine Schlucht ein. Nett hier. Wirklich nett.

Zurück am Eselsbach wartet Dagmar Pfeffer mit Spielen zur Naturerfahrung. Kein großer Andrang, dafür gibt's saubere Füße. Der elfjährige Lars und seine gleichaltrige Freundin Lena zeigen sich begeistert vom Bachwasser. „Eignet sich prima zum Füße waschen”, amüsiert sich Lars. Lena bohrt gerade Löcher in zwei Bretter. „Das wird eine Pflanzenpresse”, begegnet sie fragenden Blicken. Die bestimmt 60 Zentimeter hohen krautigen Beinwell-Pflanzen mit den purpurfarbenen Blüten passen da wohl eher nicht rein. In großer Stückzahl verbreiten die Pflanzen an der Weggabelung ein buntes Bild.

Lena ist ohnehin längst weiter, steht mit einem Kescher mitten im Eselsbach. Das Wasser teilt sich nach der kleinen Brücke auf. Ruhig und ohne Allüren fließt ein Teil geradeaus weiter Richtung Waschmühle. Der Rest schießt förmlich an den Störsteinen vorbei in einen Seitenarm, nimmt reichlich Sauerstoff auf, durchfließt hier eine Kurve, drängt sich dort sprudelnd an weiteren Steinen vorbei. Der renaturierte Bach bietet unterschiedlichsten Lebewesen Raum, erläutert Haag. Jenen, die es gerne schneller mögen, genauso wie jenen, die lieber im etwas langsameren Wasser residieren.

Nachschauen, wer gerade hier lebt, ist angesagt. Ein Bachflohkrebs düst im typisch seitlichen Schwimmstil durch die Bestimmungsbütt des Biologen. Ein neues „Etwas” sitzt im Kescher fest. Haag befördert das dünne Wassertier mit dem Pinsel unter die Lupe und identifiziert „eine Eintagsfliege”. Drei Anhänger am dünnen Körper deuten darauf hin. Eine Larve der kleinen Libelle wird entdeckt. Ein guter Fund! Libellen sind wenig anpassungsfähig an belastetes Wasser. Dort leben keine. Der Eselsbach führt sauberes Wasser.

Wie sauber und wer dort wirklich alles wohnt, kann leicht selbst bestimmt werden. Das einladende Uferstück direkt an der ersten Talquerung fordert geradezu auf, mal einem Schwung Wasser zu entnehmen und nachzuschauen. Wer kein Buch dabei hat, dem hilft das hier installierte Nabu-Bestimmungsschild. Es ist Teil des Fließgewässer-Lehrpfades, der sich stationsweise durch das Tal zieht und interessante Informationen bereithält. Dass die Brennnessel nun absolut kein Unkraut, sondern ein vielseitiges Heilkraut ist, steht auf keiner Tafel. Darüber doziert eine Kräuterexpertin, die mit ihrer Gruppe gerade vorbei kommt. Sozusagen ein heilender Ort. Brennnessel gibt es hier reichlich.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzische Volkszeitung
Ausgabe: Nr.145
Datum: Montag, den 25. Juni 2012
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '9123415'
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Die Rheinpfalz vom 25.06.2012
Die Rheinpfalz vom 25.06.2012