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05.09.2017, 12:43

Bilanz der Umweltverbände: Verkehrs-, Agrar- und Klima­politik unter Kanzlerin Merkel ohne Weitblick. Künftige Bun­des­regierung muss um­steuern

„Mit einer Land­wirt­schaft, die die Ge­wässer verseucht, einer Verkehrs­politik, die die Luft ver­giftet und einer Klima­politik, die Wirt­schafts­interes­sen statt des Klimas schützt, liegen die Heraus­forde­rungen auf der Hand. Mit Lippen­bekennt­nissen sind die umwelt­politi­schen Krisen nicht zu bewälti­gen. In der kom­menden Legis­latur­periode müssen end­lich die Ziele, die sich die Bundes­regie­rung ge­setzt hat, in kon­krete Maßnahmen über­setzt werden. Wer jetzt erneut auf die Strate­gie der langen Bank setzt, ohne die Pro­bleme im Kern an­zu­gehen, handelt grob fahr­lässig. So ver­liert nicht nur die Um­welt­politik jede Glaub­würdig­keit, sondern die Politik ins­ge­samt“, sagte DNR-Präsi­dent Kai Niebert. ...

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NABU-Männer bei der Wildkochshow im „Haus der Nachhaltigkeit”

Der NABU Kaiserslautern hatte sich für den 8. 11.07 mit 9 Männern zu einer Wildkochshow im Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz angemeldet. Ganz nach einem Ziel des Biosphärenkonzeptes war hier die Förderung regionaler Produkte ein Schwerpunkt.

Neben dem Erlebnis in der Natur und dem Einsatz "für die gute Sache" ist uns die harmonische, gemeinsame Stimmung innerhalb unserer NABU-Gruppe wichtig. Dazu pflegen wir unsere Monatstreffen an jedem 3. Dienstag jedes Monats und veranstalten jedes Jahr das Naturschutzsommerfest.

Es war für uns ein sehr netter Abend, zu dem neben der Geselligkeit auch zahlreiche Informationen über Wild und Jagd im Pfälzerwald, gutes Essen und viel Wein "aufgenommen" wurden.

Alle Bilder sind urheberrechtlich und nach dem "Recht am eigenen Bild" geschützt. Abgebildete Personen können die Bilder gerne in hoher Auflösung bei uns anfordern.


Rheinpfalz - 17.11.2006 : Einfach der Hammer von Geschmack

„Einfach der Hammer von Geschmack"

TRIPPSTADT: Koch-Show im Haus der Nachhaltigkeit soll Gästen Lust auf Wildgerichte machen

Der Advent ist traditionell Wildbretzeit. Doch obwohl das Angebot in der Pfälzerwald-Region groß ist, scheuen sich viele, selbst einmal Reh, Hirsch oder Wildschwein auf den Tisch zu bringen. Diese Hemmungen abbauen will das Haus der Nachhaltigkeit (HdN) in Johanniskreuz: Es lud zur Koch-Show ein.

„Wildfleisch ist eiweißreich und fettarm, kommt ohne Hormone, Medikamente und Kraftfutter aus und ist vor der Haustür - beispielsweise auch bei uns - zu haben", zählt HdN-Leiter Michael Leschnig die Vorteile auf. Warum entfällt dann nur ein Prozent des Fleischverzehrs in Deutschland auf Wild? Diese Frage drängte sich den annähernd 70 Besuchern am Mittwochabend auf angesichts all der leckeren Menüs, die damit zubereitet werden können. Vieles ist in Vorurteilen und Unwissen begründet, erfährt der Besucher im Laufe des Abends.

Im Haus der Nachhaltigkeit ist der Tisch herbstlich gedeckt für mancherlei appetitanregende Kleinigkeit aus Wald und Flur. Kurzweilig plaudert Referentin Ulrika Berger-Ehrenbach über kulinarische Köstlichkeiten und verrät Tricks für die richtige Zubereitung. Der Unwissenheit im Umgang mit Wildbret wolle sie mit ihren „Koch-,Events" der anderen Art" entgegenwirken, sagt sie.

Nicht nur Hobbyköche, sondern auch etliche Jäger hätten in Sachen Wild noch Nachholbedarf, beispielsweise beim Erlegen von Niederwild. „Oft beschwert sich die Kundschaft, wenn sie Schrotkugeln im Fleisch findet", erzählt sie. Und fügt hinzu: „Den Jägern sage ich immer, sie sollen in den Kopf schießen." Ein weiterer Appell an die Waidmänner richtet sich gegen das Schießen in der Brunftzeit: „Das Fleisch stinkt und ist ungenießbar."

Die Gäste sollen hingegen alles, was sie über Wildzubereitung von Mutter und Oma wissen, aus dem Kopf streichen. Etwa das früher allgemein übliche Einlegen von Wildbret in Buttermilch, das aus einer Zeit stammt, in der Wildbret aufgrund mangelnder Kühltechnik und Hygienekenntnissen schnell einen strengen Beigeschmack - den so genannten Hautgout („hoher Genuss") - entwickelte. „Sie können das natürlich auch weiterhin machen, aber es ist heute nicht mehr nötig", betont Berger-Ehrenbach.

Wacholder, Lorbeer, Ingwer, Majoran, Thymian und Basilikum seien typische Wildgewürze. Mit der Nelke, „diesem Luder von Gewürz", und dem Staudensellerie, der zu geschmacksintensiv sei, steht sie dagegen auf Kriegsfuß. „Eigentlich brauchen Sie nur Salz und Pfeffer", meint die gelernte Bäckerin und schwärmt: „Wild hat so viel Eigenaroma, einfach der Hammer von Geschmack!" Diesen unterstreicht sie mit einem selbst kreierten Wildgewürz, in das sie neben Petersilie, Löwenzahn und anderen Kräutern aus der freien Natur auch schon mal fein gemahlene Kiefernnadeln untermischt, verrät die Referentin und gibt auch Tipps, wie die Beilagen - etwa Rotkraut - besser gelingen. „Schichten von Schwarzbrot eine Nacht zwischen rohes Rotkraut zu legen, entzieht ihm Bitterstoffe."

So viele Informationen übers Essen lassen die Magensäfte sprudeln. Kleine Wildwurstscheiben werden mit Brot zum Probieren herumgereicht. Dazu stehen pfälzischer Wein aus ökologischem Anbau, Wasser und Apfelsaft auf den Tischen. Doch die Gäste sind nicht nur zum Zuhören da, sie sollen ruhig auch mit anpacken.

Immer wieder bindet Ulrika Berger-Ehrenbach die Leute ins Kochen ein. Da muss Volker Zwiebeln schneiden, Eva und Rainer zerkleinern Äpfel und Anne rührt das vorbereitete Gulasch aus Wildschwein und Reh, das am Ende noch mit einem Hauch Dinkelmehl sowie Rübensaft zum Färben der Soße verfeinert wird. Zwiebeln und Äpfel landen in einem leckeren Rotkrautsalat. Und Assistentin Sonja Volkheimer schöpft aus einem großen Kochtopf so genannte Mozartsuppe mit Kugel aus Wildfleischmasse für die Gäste.

Da lässt sich niemand zweimal zu Tisch bitten. Und vielleicht wagt sich so mancher nachher auch am heimischen Herd mal an die Genüsse, die der Pfälzerwald zu bieten hat.

Quelle:
Publikation: DIE RHEINPFALZ
Regionalausgabe: Pfälzische Volkszeitung
Datum: Nr.267
Datum: Freitag, den 17. November 2006
Seite: Nr.20