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05.09.2017, 12:43

Bilanz der Umweltverbände: Verkehrs-, Agrar- und Klima­politik unter Kanzlerin Merkel ohne Weitblick. Künftige Bun­des­regierung muss um­steuern

„Mit einer Land­wirt­schaft, die die Ge­wässer verseucht, einer Verkehrs­politik, die die Luft ver­giftet und einer Klima­politik, die Wirt­schafts­interes­sen statt des Klimas schützt, liegen die Heraus­forde­rungen auf der Hand. Mit Lippen­bekennt­nissen sind die umwelt­politi­schen Krisen nicht zu bewälti­gen. In der kom­menden Legis­latur­periode müssen end­lich die Ziele, die sich die Bundes­regie­rung ge­setzt hat, in kon­krete Maßnahmen über­setzt werden. Wer jetzt erneut auf die Strate­gie der langen Bank setzt, ohne die Pro­bleme im Kern an­zu­gehen, handelt grob fahr­lässig. So ver­liert nicht nur die Um­welt­politik jede Glaub­würdig­keit, sondern die Politik ins­ge­samt“, sagte DNR-Präsi­dent Kai Niebert. ...

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Fremde erobern Deutschland

Bild: Neubürger aus Nordamerika: Signalkrebs
Signalkrebs aus Nordamerika

Gebietsfremde Wildtiere in unserer Natur (Neubürger, Neozoen)

Am 16.01.2007 luden wir zu einem Vortrag des Archäologen und Zoologen Christoph Bernd über Arten, Herkunft, heutige Verbreitung von Tieren, die ohne aktiven Beitrag des Menschen heute so nicht bei uns leben würden. Die Veranstaltung fand um 19.00 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum KL-Erzhütten in Kombination mit unserem Monatstreff statt.

Eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren wird unbewusst durch Flugverkehr, Ballastwasser und verunreinigte landwirtschaftliche Erzeugnisse oder bewusst durch Pflanzen- und Tierliebhaber und kommerzielle Händler nach Europa eingeschleppt. Per Definition gelten Tiere , die seit 1492 (der Entdeckung Amerikas durch Columbus) unter Beeinflussung durch den Menschen in einem Gebiet heimisch wurden und sich hier  über mindestens 3 Generationen reproduzierten, als „Neozoen”. Welche Tiere sind in den letzten Jahrhunderten und vorrangig in den letzten Jahren bei uns eingewandert und was für Folgen entstehen durch sie? Wie kamen Sie hier her? Was erwartet uns noch?

Der Vortrag von Christoph Bernd bestätigte wieder einmal unsere sehr guten Erfahrungen mit dem Referenten. Es gelang ihm erneut mit seinem Fachwissen und seinem Stil einen spannenden, kurzweiligen Abend zu gestalten. Sehr gefreut haben wir uns über den zahlreichen Besuch der Veranstaltung. Unter den Besuchern waren außer unseren eigenen Mitgliedern und den Freunden vom NABU Weilerbach mehrere Mitglieder und sogar Vorstände von BUND, GNOR und POLLICHIA, einem Angelverein, Behördenvertreter und "normale Mitbürger".

Als Veranstaltungsankündigung reichten wir folgenden Artikel an die RHEINPFALZ ein:


Fremde erobern Deutschland

Sie kommen mit dem Schiff, mit dem Flugzeug, per Bahn oder auf der Straße. Manche kommen aus eigener Kraft; andere werden freigelassen oder ausgesetzt. Manche gelten als harmlos, doch es gibt auch aggresive und verdrängende Invasoren.

Die Rede ist von Neozoen, tierischen Neubürgern in Mitteleuropa. Neozoen sind Tierarten, die nach 1492 unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein bestimmtes Gebiet gelangt sind und dort wild leben. Geschah das vor 1492, so spricht man bereits von Archäozoen. Etabliert sind sie, wenn sie mindestens drei Generationen frei in einem entsprechenden Gebiet existieren und sich fortpflanzen.

In Deutschland gibt es bereits über 1400 Neozoen, davon etwa 700 marine , d.h. wasserlebende Tiere. Einige der bekanntesten hiervon sind Signalkrebs, Wollhandkrabbe. Am einigen Teichen hat sich der amerikanische Ochsenfrosch bereits zur Plage entwickelt. Zu den zahlreichen, neu in Deutschland eingewanderten Insekten gehören Wespenspinne, der Bienenparasit Varroa-Milbe, die Reblaus, der Kartoffelkäfer, die Mehlmotte oder die Wollige Napfschildlaus.

Auch einige Wirbeltiere gelten als Einwanderer in Deutschland. Zu den bereits lange angesiedelten Archäozoen zählen Damhirsch, Wildkaninchen und Wanderratte. Neuer sind beispielsweise Waschbär, Mufflon, Kanadischer Biber, Streifenhörnchen, Silberkarpfen oder Regenbogenforelle. Türkentaube, Jagdfasan, verschiedene Enten und Gänse oder Halsbandsittich gehören zu den etwa 400 nachgewiesenen Vogelarten unter den Neozoen.

Der Zoologe und Archäologe Christoph Bernd referiert für den NABU Kaiserslautern und Umgebung am Dienstag, den 16.01.07. um 19 Uhr zum Thema "Fremde erobern Deutschland - tierische Neubürger" auf welchem Weg sie hergekommen sind und welche Auswirkungen sie auf unsere heimischen Tiere und Lebensräume haben. Die Veranstaltung findet im evangelischen Gemeindezentrum Erzhütten statt.